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| Telemann-Tage |
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Alle Veranstaltungen zu den Telemann-Tagen finden Sie hier.
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Lange dauerte es, bis Georg Philipp Telemann gebührende Aufmerksamkeit zukam, und selbst jetzt liegt vor diesem Ziel noch ein gutes Stück Weg. Tatsächlich bedurfte es nach den bis ins 19. Jahrhundert reichenden Diffamierungen Telemanns einer langen Rehabilitation. Heute wissen wir, dass die übermäßige Abwertung Telemanns mit Bezeichnungen wie "Talent der flachsten Art" (Salomon Kümmerle) meist auf fehlender Kenntnis seines Werks und seiner Person beruhen. Teils sollten auch die qualitativen Unterschiede zu Bach oder Händel aufgezeigt werden, was hinsichtlich seines Einflusses auf Bachs Werk jedoch schlicht und einfach unhaltbar ist. Ein so phantasievoller wie produktiver Komponist lässt sich nicht ewig im Dunkeln verstecken. Max Seiffert schrieb dazu: "Unfaßbar, solchen Reichtum zu besitzen und ihn achtlos in der Ecke verstauben zu lassen!". Darum freue ich mich ganz besonders, dieses Jahr Schirmherrin der 15. Eisenacher Telemann-Tage zu sein! Das diesjährige Thema "Telemann als lutherischer Kirchenmusiker" reiht sich hervorragend in das Motto des Landes Thüringen für 2012 ein: "Reformation und Musik" versprechen nicht zuletzt durch die Telemann-Tage ein die Sinne anregendes Themenjahr.
Eisenach ist die Wiege der neueren lutherischen Kantate, womit Telemann schließlich auch entscheidenden Einfluss auf Bachs Schaffen hatte. Telemanns Neuerungen waren zu seiner Zeit bahnbrechend für die geistliche Barockmusik. Deshalb können wir uns bei dem diesjährigen Festival auf viele Aufführungen aus diesem Teil seines Gesamtwerkes freuen. Mit einem Eröffnungskonzert auf der Wartburg, Veranstaltungsorten in mehreren Eisenacher Sehenswürdigkeiten und einem Abschlusskonzert im Telemannsaal auf Schloss Wilhelmsthal wird ein passender Bogen von Luther über Bach bis hin zu Telemann gezogen. An dieser Stelle gilt meine Anerkennung auch der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, die trotz knapper Mittel Aufführungen in der letzten noch erhaltenen weltlichen Uraufführungsstätte Telemanns möglich macht.
Ich danke dem Kammermusik der Wartburgstadt e.V. für seine engagierte und kontinuierliche Pflege dieses wertvollen Kulturerbes, auf dass noch viele Telemann-Tage folgen werden! In diesem Sinne wünsche ich eine erfolgreiche und publikumsstarke Veranstaltungszeit mit vielen berührenden Momenten kostbarer Kirchenmusik.
Christine Lieberknecht
Thüringer Ministerpräsidentin |
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Die Telemann-Tage 2012 machen beispielhaft deutlich, in welchem bedeutenden Maß die Reformation einen Grundstein für die Entwicklung der europäischen Musikkultur legte. Der Bund fördert darum die Telemann-Tage, die sich in diesem Jahr mit dem kirchenmusikalischen Schaffen des Komponisten widmen, als eine herausragende musikalische Veranstaltung innerhalb des Themenjahres der Lutherdekade "Reformation und Musik". Die Mittel fließen aus dem Förderprogramm zum Reformationsjubiläum 2017, für das die Bundesregierung jährlich 5 Millionen Euro zur Verfügung stellt, um die historische und bis heute fortwirkende, nationale und internationale Bedeutung der Reformation zu unterstreichen.
Georg Philipp Telemanns Kompositionen fanden nicht nur Eingang in die protestantische Liturgie, sondern wurden von anderen Komponisten, so auch von Johann Sebastian Bach, geschätzt, gepflegt und fortgeführt. Den besonderen Reiz der Telemann-Tage macht die Tatsache aus, dass die Veranstaltungen an authentischen Orten stattfinden, denn in Eisenach entstanden zahlreiche seiner Werke. Ich erwähne in diesem Zusammenhang die Georgenkirche. Hier predigte einst Luther, hier wurde Bach getauft und hier erfolgte die Uraufführung ganzer Kantaten-Jahrgänge Telemanns. Schloss Wilhelmsthal gilt als weltweit einzige noch original erhaltene profane Aufführungsstätte Telemanns.
Ich danke allen an der Organisation Beteiligten sowie den Künstlerinnen und Künstlern für Ihr großes Engagement und wünsche den Telemann-Tagen in Eisenach viel Erfolg und viele begeisterte Besucher.
Bernd Neumann MdB
Staatsminister bei der Bundeskanzlerin |
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Als Schloss Wilhelmsthal, die Sommerresidenz der Herzöge von Sachsen-Eisenach, seinen Saalbau erhielt, hatte Georg Philipp Telemann die Residenz Eisenach schon wieder verlassen. 1712 siedelte er nach Frankfurt am Main über, ging aber später die Verpflichtung ein, von dort aus Exklusiv-Kompositionen an den Eisenacher Hof zu senden. Dabei handelte es sich um geistliche Musik, aber auch Serenaden zu weltlichen Anlässen wie etwa Geburtstagsfeiern.
Derartige Feiern fanden auch in Wilhelmsthal statt, das von einem schlichten Jagdhaus zu einem Lustschloss aus zahlreichen Pavillons angewachsen war. Doch wurden die Kompositionen Telemanns in Wilhelmsthal nicht nur aufgeführt. Eine Serenade zum Geburtstag der Herzogin im Jahr 1725 besingt sogar die Anlage selbst:
"In deinen Wäldern soll man mich schauen,
In deinen Auen will ich den steten Wohnplatz bauen,
Du angenehmes Wilhelmsthal.
Ich will ergetzen aller Herzen,
Die jetzt voll Freude lachen, scherzen
In deinem schönerbauten Saal."
Ergänzend kommt hinzu, dass der Saal in Wilhelmsthal in dem Ruf steht, die einzige erhaltene weltliche Uraufführungsstätte aus der Zeit zu sein. Damit gilt der Saalbau als der älteste freistehende Konzertsaal in Europa.
Wenn in diesem Jahr das Abschlusskonzert der Telemanntage in Wilhelmsthal stattfindet, so klingt dabei ein Appell mit. Um die 2011 begonnene Sicherung und Sanierung der Schlossanlage fortsetzen zu können, ist die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten nach wie vor auf Förderung angewiesen. Dass Schloss und Park Wilhelmsthal schon jetzt mit kulturellem Leben erfüllt werden, ist vor allem dem Förderkreis Schlossanlage Wilhelmsthal e.V. und dem Kammermusik der Wartburgstadt e.V. zu verdanken.
Genussreiche Konzerterlebnisse wünscht Ihnen
Prof. Dr. Helmut-Eberhard Paulus
Direktor der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten |
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Im Jahr 1981 gab es im Zusammenhang mit dem 300. Geburtstag Georg Philipp Telemanns eine Wiederbelebung seines musikalischen Schaffens. Er wurde gewissermaßen "aus der Versenkung geholt". Vor diesem Hintergrund regte der damalige Dramaturg am Landestheater Eisenach Dr. Claus Oefner an, es nicht bei einer einmaligen Würdigung zu belassen, sondern eine regelmäßige Telemannpflege in Eisenach zu etablieren. Immerhin hatte dieser europaweit berühmte Barockkomponist in den Jahren 1708 - 1712 in Eisenach gelebt und hier die ersten Kirchenkantaten-Jahrgänge (mehrere Jahre vor Bachs ersten Kantatenjahrgängen) komponiert. Auch nach seinem Weggang aus Eisenach bleib er der Stadt viele Jahre als Komponist kirchlicher und höfischer Musik erhalten.
Zu DDR-Zeiten fungierte die Stadt Eisenach als Träger der 2jährlich stattfindenden Eisenacher Telemann-Tage. Im Zusammenhang mit und bedauerlicherweise als Folge der friedlichen Revolution 1989 war diese Trägerschaft nur bis 1992 möglich. Dann wurde zur Fortführung der Eisenacher Telemann-Tage eigens eine "Eisenacher Telemann-Gesellschaft e. V." gegründet, deren vornehmliches Ziel es war, die weitere Organisation und Trägerschaft zu übernehmen (1994 - 2004). Vor dem Hintergrund verschiedener Umstände fusionierte die Eisenacher Telemann-Gesellschaft mit dem Verein "Kammermusik der Wartburgstadt e. V.", der 2004 erstmals die Trägerschaft der inzwischen 11. Eisenacher Telemann-Tage innehatte und beabsichtigt, sie gemeinsam mit der Stadt Eisenach weiterzuführen.
Die Telemann-Tage in Eisenach finden in der Regel um den Todestag von Georg Philipp Telemann (25. Juni) herum statt. Die Veranstalter haben sich dazu entschlossen, da eine Terminierung zu seinem Geburtstag im März sich mit den Konzerten der Thüringer Bachwochen überschnitten hätte. Eisenach verfügt mit der Georgenkirche am Markt (Taufkirche von Johann Sebastian Bach) und dem Schloss Wilhelmsthal bei Eisenach über original erhaltene Aufführungsstätten sowohl für kirchliche als auch für weltliche Musik Telemanns. Besonders in Wilhelmsthal sind einige Serenaten uraufgeführt worden, in deren Texten Bezug auf Eisenach bzw. Wilhelmsthal genommen wird. |
| | | | | Download: Jahresprogramm 2012.pdf (95 kb) |
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Durchgeführt durch den Verein Kammermusik der Wartburgstadt e. V. zusammen mit der Stadt Eisenach, finden die Eisenacher Telemann-Tage seit 1982 in zweijährigem Rhythmus statt. Anlässlich des Thüringer Themenjahres "Luther und die Musik" stehen sie in 2012 unter dem Titel "Telemann als lutherischer Kirchenmusiker".
Die Schirmherrschaft über die Telemann-Tage 2012 hat die Ministerpräsidentin des Freistaates Thüringen, Frau Christine Lieberknecht, übernommen.
Kantor in Hamburg
Telemann hatte in Hamburg eine ähnliche Stellung inne wie Bach in Leipzig. Er war Musikdirektor und Kantor am Johanneum, mithin verantwortlich für die Kirchenmusik an den fünf Hauptkirchen der Stadt. Dieser Aufgabe konnte er vermutlich nur dadurch entsprechen, dass er zeitlebens Kantaten komponiert hatte und somit in der Lage war, auf einen gewissen Fundus zurückgreifen zu können. Das Berufsbild des Kantors als Leiter der Kantorei oder der Adjuvanten ist per se mit Luther verbunden.
Telemanns Kantatenschaffen war lange Zeit unterbelichtet und steht noch immer im Schatten Bachs. Nicht nur in der Verwendung und Bearbeitung lutherischer Lieder war Telemann tätig, sondern ganz im Sinne Martin Luthers schuf und führte er (über zahlreiche Kantaten hinaus) Motetten, Psalmkompositionen und vieles mehr auf.
Kantaten der Eisenacher Zeit
Indem er das aus der italienischen Oper gebräuchliche Gattungspaar Rezitativ und Arie mit Bibelsprüchen, Choralstrophen und madrigalischen Texten verknüpfte, schuf der in Sorau tätige Pfarrer Erdmann Neumeister eine neue, gewagte Textform für die protestantische Kirchenkantate. Telemann griff begierig diese Form auf und vertonte für den Gebrauch am Eisenacher Hof den ersten Jahrgang für das Kirchenjahr 1710/11 mit dem Titel "Geistliches Singen und Spielen". Weitere Jahrgänge folgten, die sowohl in Eisenach als auch in Frankfurt am Main zur Aufführung kamen.
Eisenach darf als Entstehungsort dieser neuartigen Kirchenkantate gelten, einer Gattung also, die daraufhin von zahllosen Komponisten das 18. Jahrhunderts gepflegt wurde - darunter auch Bach.
Inhalte
Veranstaltungsort der 15. Telemann-Tage wird vorrangig die Eisenacher Georgenkirche sein, in der einst Luther predigte und später Bach getauft wurde. Hier erfolgte auch die Uraufführung von Telemanns Kantatenjahrgängen. Ort des Eröffnungskonzertes soll wieder die Wartburg sein, in Zusammenarbeit mit Deutschlandradio Kultur. Traditionsgemäß finden Kantatengottesdienste auch in der Nikolaikirche statt. Weitere Konzerte gibt es im Rokokosaal des Stadtschlosses am Markt und im Bachhaus Eisenach. Gegebenenfalls steht dann auch das Schloss Wilhelmsthal wieder zur Verfügung - als weltweit einzige original erhaltene profane Aufführungsstätte Telemanns.
In Kooperation mit dem Lutherhaus wird dort ein Vortrag stattfinden, innerhalb dessen neue Erkenntnisse zu Telemanns Kantatenschaffen vorgestellt werden.
Kooperationen
Als Kooperationspartner der Telemann-Tage sind vorgesehen: Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, das 'Projekt Luther 2017' der EKD, die Ev.-Luth. Kirchgemeinde Eisenach, der Bachchor Eisenach, das Zentrum für Telemann-Pflege und -Forschung Magdeburg, Deutschlandradio Kultur, die Academia Musicalis Thuringiae e. V., die Mitteldeutsche Barock-Compagney e. V., das Landestheater Eisenach und die Landeskapelle Eisenach, das Stadtarchiv Eisenach, das Bachhaus Eisenach, das Lutherhaus Eisenach, das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und eingeladene Künstler hohen Ranges.
Dr. Claus Oefner
20. 10. 2010 |
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